Prisca Würgler & Michael Bubendorf im Gespräch

Die Freien

„Elon Musk ist ein trojanisches Pferd“

Punkt.PRERADOVIC mit Tom-Oliver Regenauer

„Ihr seid raus aus dem gesellschaftlichen Leben“. „Ultra-asoziale Vollidioten“. Nur zwei Zitate von Tausenden, in denen Ungeimpfte diffamiert, ausgegrenzt und entmenschlicht wurden. Bislang hat sich niemand entschuldigt. Und es scheint, als sollten diese Übergriffe in Vergessenheit geraten. Das Buch „Möge die gesamte Republik mit dem Finger auf sie zeigen“ ist eine Chronologie gegen das Vergessen und Vertuschen. Journalist und Autor Tom-Oliver Regenauer hat das Nachwort geschrieben und sagt: „Es fängt immer mit der Sprache an“.

Aber wir reden auch über andere brandaktuelle Themen, die Regenauer umtreiben und die irgendwie alle zusammenhängen. Ist Elon Musk wirklich der Retter der freien Meinungsäußerung?

Und „Groteske Proteste“. Werden die Klima-Kleber instrumentalisiert und wenn von wem?

Ende der Meinungsfreiheit – Auf dem Weg in eine illiberale Gesellschaft?

Ich finde es erschreckend, dass nur noch eine Minderheit in Deutschland der Ansicht ist, man könne hierzulande frei die eigene politische Meinung äußern. Natürlich leben wir zum Glück nicht in einem Land, in dem man wegen seiner Meinung einfach verhaftet und weggesperrt werden kann. Doch schon in der Coronakrise hat sich gezeigt, wie leicht sich in einer von Angst und Unsicherheit geprägten Gesellschaft eine üble Stimmung gegen eine spezifische Minderheit entfachen lässt. Und heute sind es die Kriegsgegner, die Waffenlieferungen ablehnen und für eine diplomatische Lösung werben, die wegen angeblicher pro-russischer Umtriebe am öffentlichen Pranger stehen. Im Video der Woche spreche ich über das Problem der Wahrheitsfindung in Zeiten der Kriegspropaganda, über die zunehmende Verengung des noch “zulässigen” Meinungskorridors und wie auch und gerade von vermeintlichen “Linksliberalen” ein gefährlicher Konformitätsdruck erzeugt wird, der unvereinbar ist mit der im Grundgesetz verbrieften Meinungsfreiheit:

Intellektuelle Eigentumsrechte

Ausschnitt aus einem Interview im Buch «Der Wettbewerb der Gauner» von Hans-Hermann Hoppe:

Was ist Ihre Position zur Frage sogenannter »intellektueller Eigentumsrechte«? Teilen Sie die Auffassung von N. Stephan Kinsella, dass intellektuelle Eignetumsrechte (Patente, Copyright) illegitim sind?

Ich stimme mit meinem Freund Kinsella völlig darin überein, dass die Idee intellektueller Eigentumsrechte nicht nur falsch und verworren, sondern insbesondere auch ganz gefährlich ist. Ideen – Rezepte, Formeln, Aussagen, Argumente, Algorithmen, Theoreme, Melodien, Rhythmen, Muster, Images etc. – sind zwelfellos Güter (insofern sie »gute« und nicht »schlechte« Rezepte etc. sind). Aber sie sind keine knappen Güter. Wenn sie erst einmal gedacht und ausgedrückt sind, sind sie »freie«, unerschöpfliche Güter. Ich pfeife eine Melodie oder schrelbe ein Gedicht nieder, und Sie hören die Melodie oder lesen das Gedicht und reproduzieren oder kopieren sie. Indem Sie dies tun, nehmen Sie mir nichts weg. Ich kann pfeifen und schreiben wie zuvor. Die ganze Welt kann mich kopieren, und doch wird mir dadurch nichts weggenommen. Und wenn ich nicht will, dass irgendwer meine Ideen kopiert, muss ich sie nur für mich behalten und nie veröffentlichen.

Nun stellen Sie sich vor, ich bekäme ein Eigentumsrecht an meiner Melodie oder meinem Gedicht zugesprochen, derart, dass ich es Ihnen verbieten könnte, mich zu kopieren oder aber auf einem Lizenz-Honorar bestehen könnte, wenn Sie es doch tun. Zunächst: Impliziert dies absurderweise nicht, dass ich zuerst ein Honorar an diejenige Person (oder ihren Erben) bezahlen müsste, die das Pfeifen und Schreiben erfunden haben, und des Weiteren an diejenige Personen, die erstmals Laute von sich gegeben und erstmals eine Sprache gesprochen haben usw.? Und zweitens: Wenn ich Sie daran hindern kann, meine Melodie zu pfeifen oder mein Gedicht zu rezitieren oder auf einer Strafgebühr bestehen kann, wenn Sie es doch tun, werde ich dadurch zum (zumindest partiellen) Eigentümer von Ihnen: Ihres physischen Körpers, Ihrer Stimmbänder, Ihres Papiers, Ihres Bleistiftes etc., denn Sie benutzen ja doch nichts anderes als Ihr Eigentum, wenn Sie mich kopieren. Wenn Sie mich also nicht mehr ohne meine Einwilligung kopieren dürfen, dann bedeutet dies faktisch, dass ich, qua intellektueller Eigentumsinhaber, Sie und Ihr reales, physisches Eigentum enteignet habe. Und das beweist: Intellektuelle Eigentumsrechte und wirkliche, physische Eigentumsrechte an knappen Gütern sind inkompatibel, und die Beförderung und Durchsetzung intellektueller Eigentumsrechte muss darum als ein höchst gefährlicher Angriff auf alle realen Eigentumsrechte gelten.