Sozialismus braucht Zwang


(Nebelspalter)

In sozialistischen Staaten und auch in anderen totalitären kollektivistischen Systemen ist Kapitalismus im Sinn von Freihandel und eigennützigem Gewinnstreben nicht zugelassen – oder nur sehr dosiert.

von Robert Nef

Der wichtigste Unterschied zwischen Sozialismus und Kapitalismus besteht darin, dass man in einer kapitalistischen Ordnung sehr wohl freiwillig andere, nicht kapitalistische Ziele verfolgen kann. Nach freier Wahl können sich alle solidarisch verhalten und sich in den Dienst anderer stellen – auch unentgeltlich.

Im Sozialismus wird Solidarität hingegen zwangsweise verordnet, wobei Sozialdemokraten bereit sind, Zwangssolidaritäten erst dann allgemeinverbindlich zu etablieren, wenn eine Mehrheit (meist eine Mehrheit von Begünstigten) zugestimmt hat. Das unterscheidet sie von den doktrinären Sozialisten, bei denen die Freiheit Andersdenkender keine Priorität hat, weil sie definitiv «wissen, was für alle gut ist».

In einer offenen, auf Kapitalismus basierenden Gesellschaft, steht es jedoch allen frei, einer Genossenschaft beizutreten, in der alles einvernehmlich geteilt wird. Niemand ist gezwungen, den Gelderwerb als oberstes Ziel zu verfolgen, und man kann sich für ein asketisches Leben entscheiden, sofern man dem Gemeinwesen nicht zur Last fällt.

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Dr. Markus Krall “Der Weg aus der Knechtschaft”

Dr. Markus Krall referierte als Gast des Hayek Club Hannover am 22. Oktober 2019 über sein geplantes Buchprojekt (Die bürgerliche Revolution) und wählte den Arbeitstitel ‚Der Weg aus der Knechtschaft‘ in Anlehnung an ein Werk Friedrich August von Hayeks.

Seine Bestandsaufnahme über den besorgniserregenden Zustand Deutschlands und Europas lässt nicht viel Spielraum für positive Zukunftsaspekte.

Markus Krall schlug in seinem Referat einen Bogen vom vor dem Kollaps stehenden Bankensystem, über eine überbordende Bürokratie mit ausuferndem Regulierungswahn in allen Lebensbereichen, zu der verheerenden Energiewende und zum Ökosozialismus, der Demontage der Automobilindustrie und dem reformbedürftigen Gesundheits- und Rentensystem.

Der vorherrschenden Programmatik des Kuturmarxismus mit der Zerstörung der Säulen der liberalen Demokratie wie Ehe und Familie, Eigentum, Rechte des Individuums, Religion und Kunst, Kultur und Musik muss die bürgerliche Revolution die Prinzipien der Freiheit entgegensetzen, verbunden mit konkreten Massnahmen nach dem zu erwartenden wirtschaftlichen Kollaps und dem Niedergang der Parteiendemokratie.

Stichworte wie Deregulierung, Verringerung der Staatsquote, Privatisierung aller Nichtkernaufgaben des Staates, Reform des Steuersystems, sowie des Gesundheits- und Rentensystems, Rückkehr zur Vertragsfreiheit in allen Bereichen und Rückgewinnung des Gewaltmonopols in die Hände des Staates, markieren die neue Ordnung der Freiheit.

Markus Krall sieht in der kommenden schweren Wirtschafts- und Gesellschaftskrise aber nicht nur einen Umbruch, sondern auch eine Chance für eine grundlegende Reinigung und den Neuaufbau im Sinne einer freiheitlichen, liberalen Ordnung.

Redebeitrag von MdB Hansjörg Müller am 10. September 2019 im Bundestag

Rede zu TOP 1, der Ersten Beratung des Einzelplans “Wirtschaft und Energie” am 10. September im Deutschen Bundestag.

Im weiteren Verlauf der Rede zitiert Müller aus Roland Baaders “Kreide für den Wolf”. Es war Baaders Traum, dass ein Bundestagsabgeordneter ihn genau so im Bundestag zitieren möge.

„Meine Damen und Herren: Ich bin ein glühender Anhänger
des demokratischen Rechtsstaats; ich bekenne mich zur freiheitlichen, individualistischen und christlichen Kultur, Tradition und Zivilisation des Abendlandes und der freien westlichen Welt. Und genau aus diesem ernsten Grund sage ich allen hier versammelten Volksvertretern, allen Parteien, Politikern und Regierungsmitgliedern: Ich brauche Eure Subventionen und Transferzahlungen nicht; ich will nicht Euer Kinder-, Mutterschafts- und Sterbegeld, nicht Eure tausend Almosen und milden Gaben, die Ihr mir vorher aus der Tasche gezogen habt – und mir und meinen Kindern noch in fünfzig Jahren aus der Tasche ziehen werdet. Ich brauche keine subventionierte Butter, kein Quoten-Rindfleisch und keine preisgarantierte Milch, keine EG-genormten Planwirtschafts-Erbsen und keine ministergelisteten Medikamente; ich brauche keinen Schwerbeschädigten-Ausweis für meine Plattfüße und keinen Almosen-Freibetrag für meine pflegebedürftige Großmutter, auch keine Kilometerpauschale und keinen Kantinen-Essensbon über eine Mark dreißig. All Eure Wahlfang-Pfennige und -Scheine könnt Ihr Euch an den Hut stecken. Aber: Laßt mich dafür auch in Frieden. Ich bin nicht Euer Buchhalter, Statistiker und Belegsammler, der die Hälfte seiner Lebenszeit damit zubringt, Eure Schnüffel-Bürokratie zu befriedigen, der von einem Paragraphen-Knäuel zum anderen taumelt und sich wie eine gehetzte Ratte durch alle Kanalwindungen Eurer kranken Steuergehirne windet. Schickt Euer Millionenheer von Faulärschen und parasitären Umverteilern nach Hause, Eure Vor- und Nachdenker moderner Wegelagerei und Strauchdiebeskunst, Eure Bataillone von Steuerfilz- Produzenten, Labyrinth-Pfadfindern und Paragraphen-Desperados, Eure Funktionärs-Brigaden von Verordnungs-Guerilleros und Stempelfuchsern, all die nutzlosen Formularzähler und Arbeits- verhinderungs-Fürsten. Laßt mich einen festen, eindeutigen und ein für allemal fixierten Steuersatz zahlen, und bezahlt damit eine angemessene Verteidigungsarmee und ein verläßliches Rechtswesen, aber haltet Euch ansonsten heraus aus meinem Leben. Dies ist mein Leben; ich habe nur eines, und dieses eine soll mir gehören. Ich bin niemandes Sklave, niemandes Kriecher und niemandes Liebediener. Ich bin ein freier Mann, der für sein Schicksal selbst und allein verantwortlich ist, der sich in die Gemeinschaft einfügt und die Rechte anderer genauso respektiert wie er seinen eigenen Pflichten nachkommt, der aber keine selbsternannten Ammen und scheinheiligen Guten Onkels, keine ausbeuterischen Wohltäter und von mir bezahlten Paradiesverkünder braucht.” …

“Mein Traum” ist der Prolog in Baaders Buch “Kreide für den Wolf – Die tödliche Illusion vom besiegten Soziallismus”. Vom Freiheitswerk zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt.
Roland Baader: Kreide für den Wolf

20 Jahre eigentümlich frei – Der Film

20 Jahre eigentümlich frei – Anlass für eine Bestandsaufnahme
zur Stimme der Freiheit. eigentümlich frei – wo stehen die
libertären Medienmacher? Wo kommen sie her? Wo wollen
sie hin? Für die vorliegende Dokumentation wurde ein
junges Filmteam namens „the objectivists“ damit beauftragt,
ein audiovisuelles Portrait des libertären Magazins ef
zu gestalten. Die Redaktion lieferte dafür ein paar alte
Aufnahmen, teilweise längst vergessene Dokumente aus
der Frühzeit der Zeitschrift, und ließ den Nachwuchs-
Filmemachern ansonsten freie Hand. Denn dies war von
Beginn an das Ansinnen: Keinesfalls wollte der Gründer
und Herausgeber der Zeitschrift, André F. Lichtschlag, das
eigene Tun portraitieren – das sollte und musste von außen
geschehen, mit einem nüchterneren, objektiveren und gerne
auch kritischeren Blick von Unbeteiligten. Lichtschlag
ist am Ende überrascht, wie und wo sich diese fi lmische
Bestandsaufnahme mit dem gleichzeitig vorgelegten, völlig
unabhängig vom Film entstandenen Buch über 20 Jahre
eigentümlich frei deckt, wo sich Parallelen zeigen und wo sie
quer zueinander verlaufen, an welcher Stelle sich Eindrücke
doppeln, ergänzen oder widersprechen. Anders als im Buch
steht der Verleger und Chefredakteur im fi lmischen Zentrum
der Betrachtung. Entstanden ist eine ganz eigene, bunte
Interpretation der Geschichte, des Wesens und des Wollens
eines außergewöhnlichen deutschen Medienprojekts durch
drei dazu passende junge Filmemacher.