Gemäss Wikipedia wird der archimedische Punkt in der Philosophie verwendet, „um eine vollkommen evidente (unbezweifelbare) Wahrheit oder Tatsache zu bezeichnen, von der ausgehend man die Welt erklären könnte.“

Für mich ist dieser Punkt das Nicht-Agressions-Prinzip des Libertarismus bzw. das Selbsteigentum. Auch die goldene Regel „Was Du nicht willst, was man Dir tut, das füg’ auch keinem anderen zu.“, welche schon meine Grossmutter mir als Maxime näher gebracht hat, gehört dazu.

Wenn wir diese Punkte als archimedische betrachten, ist ein friedliches Zusammenleben auf diesem Staubkorn in den unendlichen Weiten des Weltraums möglich.

Konstrukte wie Staaten, die vorgeben, das Eigentum der Menschen zu schützen, indem sie ihre Bürger mittels Steuern enteignen, sind in diesem Zusammenhang moralisch nicht vertretbar.

Wenn wir gemäss Larken Rose „the most dangerous superstition“, unseren Glauben an Autoritäten überwinden und nicht mehr zulassen, dass es eine Herrscherklasse gibt, dann ist Friede möglich.

Wenn Religionen sich als Gruppen verstehen, die Nicht-Gläubigen ihre Sichtweise nicht aufzwingen wollen, dann ist es auch möglich, dass verschiedene Religionen friedlich nebeneinander existieren. Wenn der Moslem keinen Alkohol trinken und kein Schweinefleisch essen will ohne Nicht-Muslime auch dazu zu zwingen, geht das in Ordnung.

Ich darf alles machen, solange ich damit nicht die Freiheitsrechte anderer tangiere.

Wieso ist das so schwer zu verstehen und umzusetzen?

Woher der Drang, anderen unsere Lebensweise aufzwingen zu wollen?

Für meinen Geschmack darf jeder so leben wie er möchte, solange er mit seiner Lebensweise mich in Ruhe lässt, d.h. meine Art zu leben, damit nicht beeinträchtigt. Wenn eine Gruppe von Leuten auf dem fiktiven Territorium Schweiz ein Asylwesen betreiben will, darf sie dies gerne tun, solange sie mich nicht dazu zwingt, dies mittels Zwangsabgaben in Form von Steuern mitzufinanzieren. Es darf auch einen öffentlichen Verkehr geben, solange dieser von freiwilligen Beiträgen finanziert wird.

Eine Gruppe von Leuten darf auch ein bedingungsloses Grundeinkommen etablieren, aber auch dies bitte mit freiwilliger Teilnahme. Jeder darf also tun, was er möchte, solange er keinen Zwang auf andere ausübt.

Freiwilligkeit ist das Gebot der Stunde. Was ist daran so schwierig zu verstehen? Wie kann es sein, dass eine Gruppe von Leuten meint, über anderen zu stehen und diese unter Androhung von Gewalt zu versklaven. Die Sklaverei wurde doch schon vor geraumer Zeit abgeschafft.

Da die Menschen verschiedene Bedürfnisse haben, wird es nie einen globalen Konsens geben. Auch die Demokratie, welche nichts anderes als eine Mehrheitsdiktatur ist, hilft uns nicht weiter. Jeder soll selber bestimmen, was für ihn wichtig ist und entsprechend handeln, immer unter der Voraussetzung, die Freiheit anderer nicht zu beeinträchtigen.

Freiheit bedeutet natürlich auch Verantwortung für sein Handeln. Ich darf soviele Drogen konsumieren wie ich will, darf aber andererseits nicht meine Mitmenschen dazu zwingen, für die negativen Folgen meiner Sucht aufzukommen. Um Hilfe bitten geht schon in Ordnung, aber meine Mitmenschen müssen sich frei für ihre Hilfe entscheiden können. Solidarität lässt sich eben nicht befehlen.

Was ist also zu tun, um die Zwänge zu durchbrechen? Uli Höness müsste sich als Held betrachten und nicht als „Steuersünder“. Natürlich kann man sich oft nicht wehren, aber agoristische Massnahmen sind anzustreben. Steuervermeidung ist das Gebot der Stunde. Wir müssen dem Zwangssystem seine Grundlagen nehmen, solange dies nicht mit persönlichen negativen Folgen verbunden ist. Es gibt viele Möglichkeiten.

Fangen wir an, soweit es uns möglich ist, das Zwangssystem zu torpedieren.