(Leserbrief Lokalzeitung RigiPost)

Uns Atheisten und Gottlosen wird oft vorgeworfen, wir hätten keinen Bezug zu Weihnachten. Das stimmt natürlich nicht. Auch wir kommen an Weihnachten mit unseren Liebsten zusammen und geniessen die ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Neujahr. Der einzige Unterscheid besteht darin, dass wir nicht die Geburt von Jesus feiern.

Das Grundproblem mit der Religion in unserer Gesellschaft lässt sich mit einem Satz illustrieren: „Was Du glaubst ist nicht das Problem, sondern was Du glaubst, was ich glauben soll.“ Hier wird oft eine Grenze überschritten. Wenn der Moslem kein Schweinefleisch essen will, ist das völlig OK. Jeder soll selber entscheiden, was für ihn stimmt. Wenn aber aus einer falsch verstandenen Rücksicht, an Schulkantinen für niemanden mehr Schweinfleisch serviert wird, ist eine Grenze überschritten.

Der Mormone Mitt Romney, der selber keinen Alkohol trinkt, soll jeweils seinen Gästen trotzdem Alkohol ausschenken. Das ist meines Erachtens gelebte Rücksicht.

Ähnliches erlebe ich mit „Staatsgläubigen“. Oft wollen sie mir im Namen der Demokratie eine (oft teure) Lebensweise aufzwingen, die weit über das persönlich empfundene „Grundangebot“ eines Staates hinausgeht.

Als Beispiel sei das Jugendkonzept erwähnt. Da wird vom Steuerzahler Geld eingefordert, obwohl solche Aufgaben durchaus mit freiwilligen Zuwendungen finanziert werden könnten.

Die Zeit ist gekommen, darüber nachzudenken, ob wir wirklich eine Gesellschaft wollen, die auf Zwang und damit Gewalt basiert oder ob wir uns nicht in Richtung Freiwilligkeit bewegen sollten.

Sofort kommt jeweils der Einwand, dass niemand freiwillig für solche Sachen spenden würde. Ein Blick in die Abrechnungen von Spendenorganisationen wiederlegt dieses Argument.

Ich wünsche mir für 2013 mehr (politische) Grundsatzdiskussionen und weniger Diskussionen darüber, ob der Staat Plastiksäcke verbieten soll.

Ich wünsche allen Lesern frohe Festtage.

Von dannen

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