Schweizer Traditionsblatt will mit „implizitem Machtgefällle“ auf dem „Hoheitsgebiet von Redaktionen“ gewissenhaft umgehen

„Am Mittwoch, dem 8. Februar, werden wir die Kommentarspalte auf NZZ.ch bei den meisten Artikeln deaktivieren.“ Mit diesen Worten wendet sich die Redaktion der Neuen Zürcher Zeitung an ihre Leser.

Damit entscheidet sich das Schweizer Traditionsblatt zu einem Schritt, den auch anderen Medien, wie etwa die Süddeutsche Zeitung (Kampf um die Leserforen oder die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ schaltet lieber ab) bereits unternommen haben: Die Meinung des Lesers innerhalb der Plattform wird nicht mehr oder nur noch in einem beschränkten Umfang zugelassen.

Wer sich die Einlassungen der NZZ zum neuen „Community-Konzept“ durchliest, bekommt einen Eindruck davon, wie schwer es offensichtlich vielen Redaktionen fällt, damit umzugehen, dass Leser oft eine Sicht auf die Dinge haben, die dem gelieferten Journalismus diametral gegenüber steht. Aber die Ausführungen der Schweizer Tageszeitung zeigen vor allem auch: So manche Redaktion scheint keine konstruktive Mittel in der Hand zu haben, um mit Lesern umzugehen, die mit Begriffen wie „Systempresse“ oder „Propagandaschleudern“ Medien angreifen.

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