Pestalozzi als politischer Vordenker


(Weltwoche)

Seine Pädagogik gilt heute als Vorbild für die meisten Lehrpläne der Volksschule. Übersehen wird, dass Johann Heinrich Pestalozzi ein früher Kritiker des Staatsglaubens war.

Robert Nef

Er wird in der Ideengeschichte als Begründer einer neuen kindzentrierten und praxisorientierten Pädagogik wahrgenommen. Johann Heinrich Pestalozzis Postulat der Verknüpfung von Kopf, Herz und Hand wurde in der Forderung nach der gleichzeitigen Förderung von kognitiven, affektiv-emotionalen und sensomotorischen Fähigkeiten in die meisten gegenwärtigen Lehrpläne integriert. In der Pädagogik gehört er noch zum innerdisziplinären Kanon, in der Sozialphilosophie und in der Soziologie wird er höchstens noch als kurioser «Gutmensch» wahrgenommen und wohlwollend belächelt.

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Schiesst euch doch ins All

Ausschnitt aus Weltwoche Daily mit Roger Köppel vom 27. Juli 2021

Roger Köppel nimmt Stellung zum Artikel “Schiesst euch doch ins All” des Tages-Anzeigers.

Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=c6h66Q8n6q8

Ursprung des Menschen

Ein Film von Bruno Stanek über die Entstehung des Menschen und seinem Platz im Universum

Idee und Realisierung: Bruno Stanek
Elektronische Musik: Velvet Voyage productions

Was ist heute «links», was «rechts»?

(NZZ – MEINUNG & DEBATTE – Samstag, 17. Juli 2021, Seite 21)

Die in der Politik gebräuchliche Unterscheidung von «links» und «rechts» führt in die Irre, weil sie auf einer fragwürdigen Vorstellung von Fortschritt und Bewahrung basiert. Gastkommentar von Robert Nef

Links gilt als fortschrittlich, gemeinschaftsbezogen und veränderungsfreudig, als pro Umverteilung und pro internationale Vernetzung – rechts gilt als konservativ, individualistisch, als pro Privateigentum, pro offene Märkte und pro nationale Souveränität. Das ist das klassische Schema der Charakterisierung von Parteien, das sich seit der Französischen Revolution eingebürgert hat.

Die Rechten, die am Alten festhalten wollten, waren damals die Anhänger des Feudalismus – eine inzwischen obsolet gewordene Option, es sei denn, man gehe davon aus, dass die ehemaligen Feudalherren durch die heutigen Bürokraten in der Zentralverwaltung abgelöst worden seien. Aber diese würden sich heute vielerorts vehement gegen die Bezeichnung «rechts» wehren.

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Philosoph Wolfram Eilenberger – Jung & Naiv: Folge 476

Wir sind zurück im Ocelot und treffen den Philosophen und Schriftsteller Wolfram Eilenberger. Wolfram ist Gründungschefredakteur des Philosophie Magazins, hat eine Trainerlizenz des Deutschen Fussballbundes (DFB) und erlangte mit seinem Buch “Zeit der Zauberer – Das grosse Jahrzehnt der Philosophie 1919-29” den internationalen Durchbruch. Sein aktuelles Buch heisst “Feuer der Freiheit – Die Rettung der Philosophie in finsteren Zeiten 1933-43”.

Mit Wolfram geht’s zunächst um seinen Beruf: Seit wann ist er Schriftsteller? Wie wird man das überhaupt? Wie sieht er den Buchmarkt? Wann ist ein Buch erfolgreich? Weshalb hat er Philosophie studiert? Wer waren seine ersten Idole? Was hat es mit Nietzsche, Hegel und Marx auf sich? Wo bleiben die philosophischen Denkanstösse im 21. Jahrhundert?

Wir sprechen über den Status Quo und die Herausforderungen durch den Klimawandel: Ist es Zeit für einen “System Change”? Ist der Kapitalismus noch reformierbar? Wie schaut Wolfram auf die herrschende massive ökonomische Ungleichheit? Wieso ist die Erbschaftssteuer sinnvoll für Umverteilung? Können wir als Gesellschaft unsere Gewohnheiten sowie Verhaltensweisen ändern und so für mehr Klimaschutz sorgen? Was hält er vom Wettlauf gegen die Zeit? Steht uns ein Systemzusammenbruch bevor? Was ist Wolframs Vision vom Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter?

Ausserdem geht’s um die Situation der Parteien vor der Bundestagswahl 2021, Liberalismus vs Neoliberalismus, Prediger auf Anti-Corona-Demos und Lesereisen nach China.

Das und vieles, vieles mehr in Folge 476 – wir haben sie am 14. September in der Berliner Buchhandlung Ocelot aufgezeichnet.