Alice, who the f…

Ich denke, dass wir Libertäre oder wie wir uns auch immer bezeichnen wollen am Ende des Tages die besseren Argumente haben, aber wir sind wohl einfach zu brav.

Da könnte man viel von Alice Schwarzer lernen, die es versteht, zu provozieren und so ständig in den Medien präsent ist. Obwohl ich eher ein Fan von Alice Cooper als von Alice Schwarzer bin, schätze ich einige ihrer Beiträge, so z.B. ihre Haltung zum Kopftuch, dass sie ganz klar als Symbol des politischen Islams erkennt.

Gestern habe ich mir in der ARD den 2-teiligen Film «Alice» über ihr Leben angeschaut. War gut gemacht und gab einen spannenden Einblick in ihr Leben. Vor allem wie sie es geschafft hat, die Zeitschrift «Emma» trotz aller Widrigkeiten aufzubauen, war beeindruckend. Weniger auf der Seite von Alice war ich bei den Konfrontationen mit Esther Vilar oder Verona Pooth.

In einer nachfolgenden Doku kamen auch kritische Stimmen zu Wort. Alice hat wie viele das Gefühl, sie spreche für alle (Frauen), aber die Wahrheit ist eben, dass es so viele Lebensentwürfe wie Menschen gibt. Hindernisse zur Entfaltung zu beseitigen ist ehrbar, aber dann muss man den Weg frei machen für die Freiheit jedes Einzelnen.

Herzliche Glückwünsche zum 80. Geburtstag! Bleibe streitbar.

Ideologie schlägt Pragmatismus

Ideologie schlägt Pragmatismus

«My 2 cents» von heute:

Was muss noch alles passieren, bis die Leute auch hier auf die Strasse gehen und die ReGIERung in die Wüste schicken?

Mittlerweile sollte es dem letzten dämmern, dass die sogenannten Sanktionen gegen Russland nur eines bewirken: uns hier im Westen massiv zu schaden und uns zurück in die Steinzeit zu führen.

Ausgelöst durch den Ukraine-Krieg sehen wir, wie kläglich unsere Energie-«Strategie» gescheitert ist. Die Schweiz war mal praktisch autonom in der Stromproduktion bis wir durch unsere linken und grünen Ideologen uns auf den Flatterstrom Solar und Wind eingelassen haben und die Illusion gepflegt haben, damit alles ersetzen zu können.

Nur schon der Begriff erneuerbar ist falsch, Energie ist nicht erneuerbar, sondern kann nur umgewandelt werden. Weil Solar und Wind nicht immer zur Verfügung stehen, müssen als Backup andere Kraftwerke mitlaufen. Dies erklärt auch einen Teil der massiv gestiegenen Stromkosten.

Natürlich soll Solar und Wind dort eingesetzt werden, wo es Sinn macht, aber die Überbewertung davon ist einfach nur dumm bzw. bereichert die entsprechenden Firmen auf Kosten der Allgemeinheit, die für die Subventionen aufkommen.

Falls es jemand noch nicht weiss: der Staat produziert nix und hat nur das Geld zur Verfügung, das er Produktiven gestohlen hat.

Neuster ideologischer Irrsinn aus Deutschland: Statt die 3 verbleibenden AKWs ab Neujahr für die Stromerzeugung zu nutzen, werden 2 davon bloss als Reserve bis April gehalten. Was für ein Unfug. Dachte immer, man wolle weniger Strom aus Gas und Kohle produzieren.

Man sieht Parallelen zur Religion. Die Ideologie steht dem Pragmatismus im Wege.

Vision für den Schweizer Bundesrat

«Die Regierung löst keine Probleme, sie ist das Problem». Dieser Satz von Ronald Reagan hat nach wie vor seine Gültigkeit.

Trotzdem habe ich den Glauben nicht ganz verloren, dass unsere Regierung den Subventionssumpf austrocken könnte, wenn sie denn nur wollte.

Meine Vision besteht darin, dass unser Bundesrat nach seiner Sitzung, die jeweils am Mittwoch stattfindet vor die Medien tritt und folgendes Statement abgibt:

«Wir haben beschlossen, sämtliche Subventionen in der Schweiz innerhalb von 10 Jahren abzuschaffen. Zum Mitschreiben: Sämtliche ohne Ausnahme! Bitte stellt Euch darauf ein. Wir sind fest davon überzeugt, dass dies der beste Weg aus dem Subventionssumpf ist und in letzter Konsequenz die gerechteste Lösung für alle ist. Die Regierung hat nicht darüber zu bestimmen, wer und was subventioniert werden soll.»

Daniel Annen, Oberarth

Kündigung wäre keine Katastrophe

Leserbrief zur Begrenzungsinitiative

Die Begrenzungsinitiative wird von den Gegnern gerne als Kündigungsinitiative bezeichnet. Aus individueller Sicht tönt die Personenfreizügigkeit natürlich toll. Wer möchte sich nicht frei in der EU bewegen und überall niederlassen können? Nur: wir haben in Europa nach wie vor Nationalstaaten mit unterschiedlich ausgebauten Sozialleistungen. Wie schon Milton Friedman vor Jahrzehnten anmerkte, kann man entweder offene Grenzen haben oder einen Sozialstaat, beides geht nicht.

Deshalb sollten wir die Einwanderung wieder selber in die Hand nehmen. Trotz der Angst, die medial geschürt wird, wäre nach nicht erfolgreichen Neuverhandlungen mit der EU eine allfällige Kündigung der Bilateralen I, zu der die Personenfreizügigkeit gehört, alles andere als eine Katastrophe. Die Bilateralen I umfassen 7 Verträge von weit über 100 Verträgen, die wir mit der EU haben.

Der befürchtete Wegfall des Freihandels ist durch viel ältere Verträge gesichert. Die Personenfreizügigkeit war auch ein wesentlicher Grund, warum sich die Briten für den Brexit entschieden haben.

Lassen wir uns nicht beirren und nehmen wir das Zepter wieder selbst in die Hand. Stimmen wir JA am 27. September zur Begrenzungsinitiative! Nur so können wir wieder zur Selbstbestimmung zurück, auf die die Schweiz immer so stolz war.

Daniel Annen, Oberarth


Website zur Begrenzungsinitiative

Ja oder Nein zu No-Billag?

Auch auf die Gefahr hin, den Leser mit einem weiteren Beitrag zu langweilen, möchte ich die Gelegenheit nutzen, ein paar Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, die in der Diskussion über die letzten Wochen entstanden sind. Primär: Die No-Billag-Initiative ist keine No-SRG-Initiative, obwohl ich mir bewusst bin, dass sich die SRG bewegen muss, falls sie durch ein JA zu No-Billag in den freien Markt entlassen wird. Es geht primär um die Frage, ob die vermeintlich objektive Bereitstellung von Informationen eine Staatsaufgabe ist. Ich finde ganz klar: NEIN. Betreffend objektiver Berichterstattung betrachte man nur die mittlerweile über ein Jahr andauernde Verunglimpfung des demokratisch gewählten amerikanischen Präsidenten. Dabei muss man nicht unbedingt ein Trump-Anhänger sein, um zu erkennen, wie einseitig und tendenziell berichtet wird.

Viele Leute scheinen sich immer noch an alten Strukturen zu orientieren: die Zeit des linearen TV ist vorbei; heute gibt es durch das Internet ganz neue Formen der Informationsbeschaffung. Die Zukunft liegt bei kleinen Anbietern, die sich selber wie auch immer finanzieren und im Wettbewerb stehen. Dass dies vielen Profiteuren der aktuellen Situation nicht passt, leuchtet natürlich ein. Wer verzichtet schon gerne auf eine Art bedingungsloses Grundeinkommen im Deckmantel eines Service-Public, welcher sogar Unterhaltungsprogramme umfasst. Da dies viele Nutzniesser der aktuellen Situation betrifft, erklärt die in letzter Zeit starke Ablehnung der Initiative eben aus diesen Kreisen.

Ich stelle die moralische Frage, welche für mich im Vordergrund steht: Ist es moralisch in Ordnung, dass ich andere Leute zur einer Zahlung verpflichte, um meinen Medienkonsum zu befriedigen? Auch hier finde ich: NEIN, es ist nicht OK. “Du sollst nicht stehlen” steht schon in der Bibel.

Die Angstmacherei der Gegner empfinde ich schon beinahe als lächerlich. So werden Analogien zu Feuerwehr, Schule und Strassenbenutzung hergestellt. Es geht aber nicht um diese Fragen, welche sicherlich auch diskutiert werden könnten, sondern am 4. März geht es “nur” um No-Billag, es geht um die Frage, ob die Finanzierung gewisser privilegierter Medien Staatsaufgabe ist und ob es in Ordnung ist, dafür weiterhin Zwangsgebühren zu erheben. Die Schweiz hat schon vor der SRG existiert und wird auch nicht durch eine Redimensionierung der SRG zerstört, im Gegenteil! Die heutige SRG hat hervorragende Voraussetzungen, sich im Markt auch ohne Zwang zu etablieren. Dass dies keine einfache Aufgabe sein wird, steht ausser Zweifel.

Die Initiative ist auch ein Schritt in Richtung weniger Staat; mit einem Ja zu No-Billag haben wir die Gelegenheit, uns in Richtung weniger Staat, mehr Freiheit zu bewegen, ein Motto der FDP aus den 1970ern-Jahren. (was ist bloss aus der FDP-Mutterpartei geworden, welche die Initiative ablehnt? Die Initiative stammt nämlich mehrheitlich aus Jung-FDP-Kreisen.)

Auch wenn viele nicht wollen, dass durch eine Annahme von No-Billag die SRG bedroht wird, schafft es nur ein JA zu No-Billag, dafür zu sorgen, dass sich die SRG bewegt und nicht alles beim alten bleibt.

Es bleibt also in jedem Fall nur ein JA – dies hat auch die SVP erkannt, welche im Parlament erfolglos eine Halbierung der (zwar immer noch falschen) Zwangsgebühren forderte und scheiterte.

Und schliesslich: Ist es nicht freiheitlicher und auch schweizerischer, selber zu bestimmen, für welche Medien oder andere Bedürfnisse ich mein hart erarbeitetes Geld ausgebe?

Seien wir mutig und zukunftsorientiert und stimmen wir JA zu No-Billag!