Schon lange beschäftigt mich die Frage, warum die Mehrheit der Leute, Zwang offenbar als etwas Gutes und Nötiges betrachtet. Bei der Besteuerung der Reichen lässt sich das noch relativ einfach damit erklären, dass der Neid ein weit verbreitetes Phänomen ist. Bei der Besteuerung meines Nachbarns, allenfalls für Dinge, die ich selber favorisiere, fällt mir die Erklärung schon schwerer.
Bei der SRG-Halbierungsinitiative, die am 8. März zur Abstimmung kommt, wird vom Zusammenhalt der Schweiz gefaselt, der in Gefahr wäre, falls die SRG nicht über genügend Geld verfügt, dem Bürger weniger Geld abgepresst würde. Es handelt sich auch hier um Zwangsgebühren, ein Begriff, der die Gegner nicht gerne hören, vermutlich deshalb, weil niemand gerne die Wahrheit hört.
Eine weitere Vorlage will Geld für die Bekämpfung des Klimawandels. Auch hier sollen dem Bürger und seinen Nachkommen Gelder abgepresst werden. Wenn eine Gruppe von Leuten in unserer Gesellschaft findet, dass das Klima gerettet werden muss, frage ich mich immer, warum diese Leute nicht ihr eigenes Geld dafür einsetzen. Man faselt dann immer was von Solidarität, nur kann Solidarität immer nur freiweillig, also ohne Zwang zustande kommen.
«Wir sind der Staat» ist eine gern genutzte Redewendung, der ich nicht zustimmen kann, am ehesten sind wir Bürger, denn wir bürgen für die Ausgaben dieser Zwangsgemeinschaft.
Demokratie finde ich nur dann zulässig, wenn sie sich auf Entscheide in einer Gruppe bezieht, die man bei Nichtgefallen auch wieder verlassen kann. Bei einer Zwangsgemeinschaft wie dem Staat, ist sie lediglich die Herrschaft der Mehrheit über die Minderheit.
Ich suche schon seit Jahren diesen viel zitierten «Gesellschaftsvertrag», den ich unterschrieben hätte, konnte ihn aber bisher nicht finden.
Kurzum: Ich lehne Zwang und die damit verbundene Gewalt entschieden ab!
Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, dass er tun kann, was er will, sondern, dass er nicht tun muss, was er nicht will. (Jean-Jacques Rousseau)
Das, was wir aus Liebe tun, tun wir im höchsten Grade freiwillig. (Thomas von Aquin)
Wer sagt: hier herrscht Freiheit, der lügt, denn Freiheit herrscht nicht. (Erich Fried)